Pétanque, Spiel oder Sport?

Für einen "amateur de pétanque" is die Frage umgehend beantwortet: Bei der Petanqué (auch "boule", Kugel genannt), handelt es sich um einen sehr ernstzunehmenden Sport.  Weltweit sind mehr Pétanquespieler in Vereinen organisiert  als Fußballspieler, Rechnet man die nicht organisierten Pétanquespieler hinzu, so ist dieser Sport ein echter Breitensport geworden.

Ihren Namen verdankt die Petanqué dem Begriff "pieds tanqués" - geschlossene Füße - dies bezeichnet die ideale und korrekte Stellung des Spielers vor dem Wurf der Kugel.

Zwar ist er immer noch hauptsächlich in seinem Ursprungsland Südfrankreich verbreitet, aber auch die Katalanen praktizieren ihn mehr und mehr, und zwar mit Erfolg.

Waren die Franzosen noch vor einigen Jahren bei den hier sehr häufig veranstalteten Turnieren in den Endrunden unter sich, so gibt es jetzt häufig lange Gesichter, wenn die "Spanier" mitmischen. Besonders die jungen Spieler bieten den angestammten Cracks kräftig Paroli und tragen oft der Turniersieg nach Hause.

Pétanque ist ein Mannschaftsspiel. Man spielt als "doublette" (zwei Spieler bilden eine Mannschaft) oder "triplette" (drei gegen drei). Ziel des Spiels ist es, die ca. 700 Gr. schweren Eisenkugeln so nahe wie möglich an dem "cochonnet" (Schweinchen) zu platzieren. Dieser, eine kleine Holzkugel, wird vorn ersten Spieler zwischen sechs und vierzehn Metern entfernt von dem Kreis, aus dem das Spiel startet, geworfen. Er muss gut sichtbar sein, sonst ist der Wurf ungültig und wird wiederholt.

Mannschaft 1 platziert die erste Kugel, dann versucht Mannschaft 2 mit ihrer Kugel näher an den "cochonnet“ zu kommen. Gelingt dies nicht beim ersten Wurf, muss sie von ihren insgesamt sechs Kugeln so viele opfern, bis sie näher an dem kleinen Holzbällchen ist. Dann ist wieder die gegnerische Mannschaft an der Reihe.

Sind alle Kugeln "verschossen", so wird gezählt. Die siegreiche Mannschaft zählt ihre Punkte. Jede Kugel, die sich näher am „cochonnet“ befindet als die naheste des Gegners, zählt als ein Punkt. Wer 13 Punkte erreicht hat, ist Sieger. Der Verlierer zahlt den Aperitif und will meist eine Revanche.

Die Spieler fungieren als "Pointeur" (Punkter) oder "Tireur" (Schießer). Der "Pointeur" platziert seine Kugeln, in der Nähe des "cochonnets". Aufgabe des "Tireurs" ist es, mit einem gezielten Wurf besonders gut platzierte Kugeln des Gegners wegzuschießen.

Beispiel: Mannschaft 1 hat ihre Kugeln sehr gut platziert (bisher drei zählende Punkte) und es bleiben ihr noch zwei Kugeln. Mannschaft zwei gelingt es aber, mit ihrer letzten Kugel den Punkt zu holen. Nun sind "Tireur"-Qualitäten gefragt, die hohe Schule des Petanquespiels. Gelingt es dem "Tireur", die gegnerische Kugel wegzuschießen, so hat seine Mannschaft wieder die drei Punkte. Gelingt es nicht, so behält Mannschaft 2 einen Punkt und darf die nächste Runde beginnen. Desto weiter der cochonnet entfernt ist, um so mehr wird der gelungene Wurf eines "Tireurs" bejubelt. Denn es gehört ein gutes Auge, viel Konzentration und Erfahrung dazu, um eine etwa 13 Meter entfernte Kugel "Eisen auf Eisen" zu treffen.

Sollten Sie das eine oder andere doch nicht ganz verstanden haben, so ist Aufklärung einfach. Hier in der Gegend wird überall Pétanque gespielt. Pétanquespieler sind gesellige Menschen (alle nennen sich beim Vornamen) und freuen sich über jeden Zuschauer. Und wenn sie es selbst einmal versuchen vollen, so heißen die Spieler jeden Neuzugang Willkommen und stehen ihm mit guten Ratschlägen zur Seite.

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