Die Toskana des Alt Empordà
Wer von Roses oder Llançà auf der Landstrasse in Richtung Garriguella fährt, folgt in etwa diesem Motto: Wer die Dörfer des Empordà nicht kennt, kennt auch den Empordà nicht.
Die Straße führt von Garriguella weiter über den Weiler Delfia in Richtung Rabos. Wer gut aufpasst, sieht kurz vor Rabos den Wegweiser "Mollet de Perelada". Der Name führt oft zur Verwechslung mit Perelada. So ist mancher Ausflügler schon achtlos weitergefahren, im Glauben, er kenne Perelada schon.
Die schmale Straße nach Mollet de Perelada windet sich zwischen Olivenbäumen und Weinbergen dem Ort entgegen. Verstreut liegen Gehöfte verteilt und die Landschaft ähnelt in frappierender Weise der Toskana.
Mollet hieß bis ins XVII. Jahrhundert Mollet d'Empordà. Dann tauften die Grafen von Perelada den Ort in Mollet de Perelada um. Nach der Demokratisierung Spaniens wurden die Einwohner des Ortes gefragt, wie dieser nun in Zukunft heißen solle und sie entschieden sich mehrheitlich für die Beibehaltung von "de Perelada".
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Der Ort ist klein, aber auch sehr kompakt gebaut; die Straßen sind eng und die Häuser schmiegen sich aneinander, als suchten sie Schutz vor Feinden. Alle Häuser sind in gutem Zustand, aber sie sind nicht uniform totalrestauriert worden, und dies macht diesen Ort in gewissem Sinn besonders interessant. |
| Mollet, Sta. Celria |
Besucht man ihn unter der Woche, etwa am späten Nachmittag, so fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Die alten Leute sitzen auf Stühlen im Schatten vor ihren Häusern und träumen den Traum des Lebensabends. Nur wenige Kinder spielen in den Gassen; und sie tun dies so diskret, so lautlos, als wollten sie die Alten nicht stören.
Im Ort leben etwa180 Menschen, in der Überzahl Rentner. Die jungen Leute des Ortes sind meistens ins nahe Figueres umgezogen. Zum Wochenende kommen sie aber oft zurück und dann füllt sich Mollet.
Auch sind einige Ausländer dem Charme des Ortes verfallen und haben sich hier angesiedelt, zumindest zeitweilig. Seltsamerweise sind diese alle Schweizer Nationalität, fast... ein Deutscher ist immer irgendwo, so auch hier.
Die beruflich aktiven Leute des
Ortes sind fast alle Weinbauern. Sie bearbeiten ihre eigene Erde, nur wenige
sind Pächter. Die Winzergenossenschaft (Kooperative) des Ortes zählt ca. 60
Mitglieder. Jeder Privatmann kann dort Wein direkt vom Fass kaufen, aber auch
"Crianzas" oder "Reservas" in Flaschen. Wichtigster Teil der
Produktion sind die Roses und Rotweine, sowie die Dessertweine Garnatxa,
Moscatel und Mistela negre.
Der
Garnatxa aus Mollet de Perelada ist besonders beliebt. Es handelt sich um einen
Dessertwein, der seinen Charakter aus der natürlichen Süße der Trauben
bezieht. Er wird von Mollet sogar bis nach Japan exportiert.
Mollet ist ein guter Ausgangspunkt für viele Ausflüge in die Gegend.
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