
Man muss geschichtlich nicht einmal besonders interessiert geschweige denn Altertumsforscher sein, um dem Zauber der Ausgrabungen von Empúries zu erliegen.
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Die Griechen, die sich hier ab dem 6. Jahrhundert vor Christus niedergelassen hatten, und später die Römer haben den Ort ihrer Siedlung sicher nicht nur aus strategischen Überlegungen ausgewählt, sondern bestimmt auch, weil es ihnen hier besonders gut gefiel. |
| Griechische Stadt, im Hintergrund das archäologische Museum |
Für zahlreiche Urlauber gehört der Besuch
der Ruinen von Empúries Jahr für Jahr zum Urlaubsritual. Die Ausgrabungen sind
von L'Escala weniger als zwei Kilometer und von St. Martí knapp 500 Meter entfernt und können per Fuß bequem
über die Strandpromenade erreicht werden. Dies wurde im Jahr 1992 anlässlich der
Ankunft der olympischen Flagge eingeweiht.
Nur
von dieser Promenade aus können wir eine hellenistische Hafenmole ( in
exzellentem Zustand) aus dem 1 Jhdt. v.C. sehen.
Wer von Auswärts kommt, sollte die Beschilderung "Ruines d'Empuries" ernst nehmen und genau verfolgen. Es soll schon vorgekommen sein, dass selbst Akademiker statt bei den Ruinen in Sant Pere Pescador gelandet sind und den Besuch frustriert auf das nächste Mal verschoben haben. Es ist kaum zu verstehen, warum die Zufahrt zu einem der Schlüsselorte der spanischen Geschichte so schlecht beschildert ist.
Ist man aber richtig angekommen, dann kann
man mit dem Auto bis dicht an die Ruinen fahren und dort parken. Nicht bevor man
an der Kasse die Eintrittskarten erstanden hat; diese sind mit 2,40 Euro inklusive
Besuch des archäologischen Museums aber
allemal ihr Geld wert. Dazu bekommt man (auch in Deutsch) eine erklärendes
Prospekt mit einem hilfreichen Plan. Für den Hauptrundgang wird eine
Mindestdauer von 1 Stunde und 15 Minuten angegeben. Das mag wohl so zu schaffen
sein, man sollte aber erheblich mehr Zeit einplanen. Je nach Saison ist die
Mittagszeit nicht immer der geeignete Zeitpunkt für den Ausflug. Während der
Wanderungen durch die Ausgrabungen gibt es keinen Schatten, und in L'Escala ist
es meistens etwa 2 Grad wärmer als etwa in Roses. Insofern ist ein Tag, an dem
der Tramonatana ungemütlich um das Cap de Creus tobt, möglicherweise genau das
Richtige für die Exkursion. Hierher kommt er kaum mehr, und wenn dann meistens
nur als erfrischende Brise.
Die Ruinen von Empuries sind das ganze Jahr über geöffnet.
Die Öffnungszeiten sind in der Hauptsaison vom 1 Juni bis 30 September von 10
bis 20 Uhr, ansonsten von 10 bis 18 Uhr. In der Hauptsaison ist auch ein
direkter Eingang (porta de marina) von der Strandpromenade aus geöffnet, in der
Nebensaison muss man einen kleinen Umweg bis zum Haupteingang machen. An der Kasse oder in der "Botiga"
im Museum gibt für knapp 10 Euro eine Art offiziellen gedruckten Führer,
allerdings (noch) nicht in Deutsch, sondern in Katalanisch, Spanisch, Englisch
und Französisch. Wir haben die englische Version getestet. Das Buch ist
vernünftig aufgebaut und gut verständlich dokumentiert; ein Englischlehrer
dürfte sich wegen der Übersetzung allerdings mit Grausen abwenden.
Der historische Name von Empúries kommt aus dem griechischen und lautet "Emporion" (Marktplatz, Handelsplatz) und weist schon daher deutlich auf den eigentlichen Zweck der Niederlassung. Die Stadt lag günstig an der damaligen Mündung des (Flusses) Fluvia und dicht an verschiedenen Handelsstrassen. Die natürlichen Hafenbecken vor Emporion boten den Handelsschiffen Schutz.
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Von der eigentlichen Stadtgründung im 6 Jahrhundert vor Christus gibt es keine steinernen Zeugen mehr. Auf ihrem Terrain steht heute das Dörfchchen St Martí d'Empuries. Dieses ist mit seinem restaurierten Ortskern und der spätgotischen Kirche ein beliebtes Ausflugsziel. Der Sandstrand direkt vor dem Ort ist wunderschön und bestens gepflegt... |
| St. Marti d'Empuries |
... und in Spitzenzeiten auch dementsprechend besucht. Wer allerdings in der Vor oder Nachsaison St. Martí d'Empuries einen Besuch abstatten will (wirklich sehr zu empfehlen), der solle bei gutem Wetter Badehose und Handtuch nicht vergessen.
Einiges an Geschichte
| Im V Jahrhundert vor Christi verlegten dann die Griechen den Ort ( vom jetzigen St Marti) auf den Standort der jetzigen Ausgrabungen. Emporion wurde rasch zu einem der wichtigsten Handelshäfen des Mittelmeers in der Antike. |
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| griechische Stadt |
Während des zweiten punischen Krieges ging Emporion dann im 3 Jahrhundert vor Christus in römischen Besitz über, wurde hinfort Emporiae genannt, und dieser Zeitpunkt war auch der Beginn der Romanisierung der Iberischen Halbinsel.
Julius
Cäsar hatte wohl besonderen Gefallen an dem Ort gefunden. Er baute hinter der
ursprünglich griechischen Stadt eine zehnmal größere Siedlung (heute wäre
das wohl eine Urbanisation) für verdiente Kriegsveteranen. Damit es diesen
nicht langweilig wurde, gab es - natürlich - ein Amphitheater und für die
sportliche Ertüchtigung der Bürger diente ein Sportplatz. Um das Forum herum
gruppierten sich Boutiquen und Tavernen, und auch die Häuser hatten wenig
Sozialbaucharakter: Bereits ausgegrabene Villenfragmente mit großzügigem Schnitt und herrlichen Ornamentmosaiken als
Fußboden zeugen hiervon.
Später verlor Empúries seine Bedeutung, im 3. Jahrhundert nach Christus wurde die Stadt dann gänzlich verlassen. Als im 17 Jahrhundert allerdings Fischer L'Escala gründeten, diente so manch griechischer oder römischer Stein aus Emporion oder Emporiae als Baumaterial.
Heute
ist in Empúries quasi je ein Musterexemplar griechischer und
römischer Städtebaukunst in ihrem Grundstrukturen zu besichtigen: Die Griechen
passten ihre Orte dem Verlauf des Geländes an, während sich die Römer Lagen
aussuchten, in denen das schachbrettähnliche Rasterschema ihrer Städte passte.
Die Ausgrabungen in Empúries begannen im Jahr 1908 und sind bis heute keineswegs abgeschlossen. Etwa 25 % der Fläche ist erst freigelegt.
Es ist nicht unsere Absicht, hier eine mehr als oberflächliche Beschreibung der Ausgrabungen von Empúries anzustreben. - Wer läuft schon bei einem Ausflug mit dem Laptop durch die Gegend ?- Wir möchten hingegen unseren Lesern einen Besuch von Empúries wirklich ganz dicht ans Herz legen. Und sei es nur, um einige Momente mal wo ganz anders an einem ganz besonderen Ort zu verbringen, den Kindern mit doch noch vorhandenem Geschichtswissen zu imponieren oder sich vorzustellen, wie sich hier unsere antiken Vorfahren im Frühjahr den ersten Sonnebrand einfingen.
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