(A)DLS, Internet und Telefon in Spanien.
Schnelle Breitbandanschlüsse an das Internet sind auch in Spanien groß im Kommen. Firmen mit Anbindung ans Internet benutzen bereits mehr DSL-Anschlüsse als analoge Verbindungen (dass das hier in Spanien ADSL und nicht DSL genannt wird, sollte keine Verwirrung stiften, es handelt sich um dasselbe). Doch auch die Zahl der Privathaushalte mit schneller Verbindung steigt ständig, während die analogen Anschlüsse per Moden kaum noch zunehmen.
Ohne Telefonanschluss geht es nicht
Um schnell im Internet zu surfen, kommt man zunächst an einem normalen Telefonanschluss der spanischen Telefongesellschaft Telefonica kaum vorbei. Falls man diesen über das Internet (www.telefonicaonline.com) beantragt, ist die Anmeldung umsonst. Allerdings dauert es unserer Erfahrung nach einige Zeit, bis der Anschluss installiert ist. Hat man es eilig, ist der Weg in einer der Büros der Telefonica wohl der bessere Weg. Bei den Grundgebühren für das Telefon sollte man Vorsicht walten lassen, da gern verschiedene Zusatztarife angeboten werden, etwa für Gespräche zu Dritt, Wartung (mantenimiento) und so weiter. Braucht man diese nicht, reicht auch der einfache Anschluss und dieser ist deutlich billiger.
Die ADSL-Anbieter
Neben der Telefonica selbst gibt es zahlreiche weitere Anbieter von ADSL. Über deren Angebote und Leistungen kann man sich ziemlich einfach informieren. Es genügt, auf der spanischen Seite von Google (www.google.es) „ADSL“ einzugeben, eventuell noch mit dem Zusatz „barato“ (billig), und sich dann Seite für Seite vorwärts arbeiten, bis man ein interessantes Angebot gefunden hat. Die Seiten sind in Spanisch, aber man findet sich relativ leicht zurecht, auch wenn man der Sprache nicht so mächtig ist. „Date de alta“ heißt in diesem Fall anmelden.
Also, man hat ein interessantes Angebot gefunden, zum Beispiel ADSL 24 h (Flatrate) für 9,95 Euro + I.V.A. (16 % Mehrwertsteuer) pro Monat. Daraufhin gibt man dann seine Telefonnummer ein, für die man das ADSL beantragt. Und jetzt kommt in der Regel schnell die Ernüchterung: „Für diese Gegend (wir gehen hier von unserer Region aus) ist dieses Angebot noch wegen fehlender Leitungen nicht erhältlich, die günstigste Verbindung für Sie kostet derzeit…“
Meistens sind es inklusive der Mehrwertsteuer ungefähr 40 Euro pro Monat. Die Anbieter schnüren hierbei aber meistens Zusatzangebote in das Paket, und insofern kann sich das genaue Studium der Websites lohnen. Die berühmte Frage ist hier, wie eigentlich immer: Was will ich, was brauche ich und was brauche ich nicht? Insofern können wir auch kaum den einer oder anderen Anbieter besonders empfehlen, weil jedermanns Bedürfnisse eben unterschiedlich sind.
Oft ist in den 40 Euro pro Monat auch eine Telefon-Flatrate innerhalb Spaniens enthalten. Das rechnet sich durchaus, wenn man mit Freunden in einer anderen Provinz Spaniens ausgiebig telefoniert. Gehen die Telefonate aber eher in Richtung Heimatland, nützt dies natürlich gar nichts. Und so weiter. Genau nachschauen kann sich aber sicher lohnen. Richtig günstige Telefontarife vom Festnetz zu Mobiltelefonen sind aber kaum darunter. Da sollte man sich, egal mit welchem Anbieter, bei Gesprächen besser kurz fassen.
Hat man sich für einen Anbieter entschieden, müssen Formulare auf dessen Internetseite ausgefüllt werden. Diese Übung ist mit etwas Geduld nicht allzu schwer. Ein Stolperstein ist oft die N.I.E (Identifikationsnummer für Ausländer). Auf den persönlichen Dokumenten ist diese mit „-„ zwischen Buchstaben und Zahlen angegeben, in den Formularen muss man die „-„ aber weglassen, sonst funktioniert die Prozedur nicht. Falls man keine N.I.E. hat, so begnügen sich auch einige Anbieter mit der Nummer des Personalausweises.
Hat die Anmeldung geklappt, wartet man dann auf ein Paket mit dem Router und Anweisungen für das Installieren des ADSL. Wird nur ein einfacher Router (ohne Wi-fi) beantragt, ist dieser meistens umsonst. Das Warten auf das Paket dauert zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit sollte man hier anwesend sein, da das Päckchen mit einem Paketdienst zugestellt wird und nicht per Post.
Die Installation ist dann auch für technisch weniger Begabte meist mit etwas Zeitaufwand relativ einfach zu bewerkstelligen. Falls das nicht klappt, bieten die meisten Firmen eine telefonische Hotline an, und diese funktionieren in der Regel recht gut, meistens auch in Fremdsprachen. Letzteres gilt auch für den Fall, dass man mit den Formularen auf den Internetseiten nicht zurechtkommt. Über das Telefon erwischt man dann schon mit etwas Geduld jemanden, der einem gern einen ADSL-Anschluss verkauft.
Alternativen:
Ein kritischer Punkt ist die Vertragsdauer des ADSL-Anschlusses. Meistens, fast immer, verpflichtet man sich, den Service für mindestens ein Jahr zu nutzen und auch zu bezahlen. Verbringt man hier nicht das ganze Jahr, sondern nur einige Monate, sollte man als Alternative derzeit doch noch einen analogen Anschluss in Betracht ziehen. Falls man große Dateien wie Videos oder Musik aus dem Internet herunter laden will, ist der Anschluss per Modem aber nicht mehr sehr empfehlenswert. Will man jedoch nur E-Mails abrufen und gelegentlich im Internet surfen, dann ist ein Gratis-Anschluss per Modem zwar die langsamere, aber eben doch auch kostengünstigere Alternative, da man nur die Zeiten bezahlt, die man auch wirklich im Internet verbringt. Auch hier gibt es zahlreiche Anbieter, die Gebühren für die Verweildauer im Internet werden dann über die Rechnung der Telefonica erhoben. Als Beispiel mag hier der Anschluss von ya.com dienen (http://acceso.ya.com/gratuitos/yacomfree/). Die Anmeldung kostet nichts und die Installation des (analogen) Internetanschlusses ist einfach. Von 18 bis 8 Uhr und an Samstagen, Sonntagen und nationalen Feiertagen ganztägig kostet das Surfen dann im Internet 0,009 Euro pro Minute und unter der Woche von 8 bis 18 Uhr 0,024 Euro pro Minute. Wer sich nicht ganz sicher ist mit seinen „spanischen“ (A)DSL-Plänen, kann zuerst einen solchen Anschluss beantragen und ausprobieren ob er für seine Bedürfnisse schnell genug ist. Darin ist natürlich keine Flatrate für Telefongespräche enthalten. Falls man ins Ausland telefoniert, ist unserer Erfahrung nach der Call-by-Call Tarif weiterhin in Spanien die günstigste Möglichkeit. Die Anmeldung ist kostenlos, man geht keinerlei Verpflichtungen ein und die Gespräche kosten nur einen Bruchteil der Gebühren, die die Telefonica (immer noch) erhebt. Auch die Gespräche vom Festnetz zu Mobiltelefon sind deutlich günstiger, egal ob innerhalb Spaniens oder ins Ausland. Da Call-by-Call seinen Firmensitz auf den Kanarischen Inseln hat, entfällt für private Nutzer die von ähnlichen Anbietern erhobene Mehrwertsteuer von 16 %. Letzteres gilt natürlich auch, falls Sie einen ADSL- Anschluss benutzen und ins Ausland telefonieren.
Wer sich nicht mit spanischen Formularen oder per Telefon herumschlagen möchte, findet (vielleicht) bei www.gonuts4free das Richtige: Ein spanischer Internetanbieter mit Seiten in den gängigen Fremdsprachen sowohl für freien analogen Anschluss als auch für ADSL. Letzteres Angebot ist allerdings relativ teuer, sowohl die Anmeldung als auch der Router schlagen ziemlich teuer zu Buche.
Wir hoffen, dass wir Sie mehr informiert als verwirrt haben und wünschen gutes Gelingen.
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